|
Der Islam ist Staatsreligion in Malaysia. Ca. 52 % der Bewohner Malaysias sind Moslems. Viele Chinesen - oder chinesischstämmige Malaysier - sind Taoisten oder Buddhisten. Der Großteil der Inder - oder indischstämmigen Malaysier - sind Hinduisten (Hindus). Daneben gibt es in den abgelegenen Dschungelgebieten und hauptsächlich auf Borneo ( Sabah und Sarawak ) noch viele Animisten. Christen gibt es ebenfalls im Bergland Borneos. Diese wurden früher missioniert. Laut Verfassung herrscht Religionsfreiheit. Man muss aber unterscheiden. Durch die zunehmende Radikalisierung des Islams in der ganzen Welt gibt es in Malaysia immer mehr sehr konservative und fundamentalistische Muslime. Leider zunehmend unter der jungen Bevölkerung. Im Malakka, Penang, Langkawi, Kuala Lumpur usw. herrscht in den meisten Stadtdteilen oder Gebieten ein relativ toleranter Islam. Das kommt hauptsächlich daher, dass der Großteil der Bevölkerung Chinesen oder Hindus sind. Außerdem gibt es dort viele Touristen, die Geld bringen, was ebenfalls zu vielen Strassencafes, Alkoholausschank und zu einem allgemeinen westlich geprägten Lebensstil führt, aber zunehmend den Hardlinern ein Dorn im Auge sind. Islam komt aus dem arabischen und heißt "Hingabe an Gott". Der Islam ist eine monotheistische Weltreligion. Für die Muslime wie für Gläubige Christen und Juden gibt es nur einen wahren Gott. (Jede Religion behauptet dass ihr Gott der einzig wahre wäre. Deshalb wird es nie richtig Frieden oder Toleranz zwischen den Religionen geben). Der Koran ist in 114 Suren unterteilt. Sie beschreiben die ethische und geistige Lehre sowie das Jüngste Gericht. Die restlichen Suren befassen sich mit der Soziallehre und den politisch-moralischen Prinzipien (Ummah) Die 5 Grundpfeiler des Islam wurden kurz nach dem Tode des Propheten Mohammeds aufgestellt und die Wesensmerkmale des Glaubens darzulegen.
Die Scharia - das islamische RechtDie Scharia - "Weg zur Tränke, deutlicher, gebahnter Weg, religiöses Gesetz" oder "Ritus" ist das religiös begründete, auf Offenbarung zurückgeführte Gesetz und Recht des Islam. Es regelt nicht nur Rechtsfragen, z.b. das Ehe- oder Strafrecht, sondern umfaßt alle Bereiche des Lebens wie Kulturvorschriften, Normen der Sozialethik und stellt eine umfassende Lebensordnung dar. Diese Regeln stammen aus der der frühen Abbasidenzeit und bilden auch heute noch die Grundlage des islamischen Rechts. Die Anwendung geschieht durch Fatwas. Das sind religiöse Gutachten und Entscheidungen der Religionsgelehrten der Muftis. Sie werden Aufgrund des Koran und der Sunna nach traditionellen Regeln (usul al-fiqh) getroffen. Es gibt Fatwas aus allen Bereichen des Lebens. Ehe-, Kauf-, Vertrags- und Strafrecht, sowie die Beziehungen zu der nichtmuslimischen Welt wird geregelt. Die Scharia ist für Muslime universal gültig und muss nach islamischem Verständnis weltweit durchgesetzt werden. Die Gesetze der Schari'a sind für alle Menschen in einer islamischen Gesellschaft verbindlich, auch für Nichtmuslime. Bestimmte Regeln zur Glaubensausübung, wie Gebet und Wallfahrt, sind jedoch nur für Muslime gültig. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Scharia in fast allen islamischen Ländern den europäischen Gesetzen angeglichen. Leider setzten sich nach 1945 wieder die Hardliner durch und die Scharia wurde in vielen islamischen Ländern wieder teilweise oder ganz eingeführt. Eine eindeutige Rückkehr in archaiische Zeiten. Ein Großteil der Scharia muss von allen Muslimen, auch mit Gewalt, durchgesetzt werden. Die klassische Scharia ist in eine schiitische und vier sunnitische Rechtsschulen unterteilt. Da es unter islamischen Rechtsgelehrten keine allgemeine verbindliche Einigkeit gibt, kann man nicht von "der Scharia" sprechen. Kritik muss deshalb immer an konkreten Ausübungen der Fatwas gestellt werden. Die Strafen die die Scharia vorschreibt sind sehr streng. Z.b. auspeitsche, Steinigungen von Frauen bei Ehebruch. Dabei reicht es oft, die Frau nur des Ehebruchs zu bezichtigen. Viele Männer entlegen sich so Ihren ungeliebten Frauen. Weiterhin sind Stockschläge auf die Fußsohlen und öffentliches Hängen weiter Bestandteile des Strafenkataloges der Charia. Verbotene Handlungen laut Koran sind zum Beispiel : Alkoholgenuss, Unzucht, die falsche Bezichtigung der Unzucht, Diebstahl, Geschlechtsverkehr zwischen Männern und die Abkehr vom Islam, Gotteslästerung, Verspottung, Schmähung oder Beleidigung des Propheten ( siehte Karikaturstreit ). Auch konstruktive Kritik am Mohammed oder dem Islam gilt als Beleidigung und sollte nach der Scharia bestraft werden. Das ist der Unterschied zwischen der westlichen freien toleranten Welt - in der jeder seine Meinung sagen darf - und der islamischen Welt. Nicht falsch verstehen, ich bin kein Antimuslim. Ich halte alle großen Religionen wie Judentum, Islam und Christentum für Sekten, die einen totalitären Anspruch und eigentlich die Weltherrschaft anstreben. Ich wünsche mir eine Welt ohne Religion, dafür mit mehr Ethik, Moral, Toleranz und Gerechtigkeit. Und diese schöne freie Welt - wie ich sie mir wünsche ist mit Religion eigentlich nicht möglich. Man sieht es seit 2000 Jahren. Ich hoffe dass dies auch bei religiösen Lesern meiner Webseite verstanden und toleriert wird.
Sunniten Schiiten Charidschiten
SufismusDer Sufismus - veraltet auch Sufitum oder Sufik - ist eine mystische Richtung des Islam. Die Anhänger des Sufismus traten Anfang des 8. Jahrhunderts im heutigen Irak das erste mal in Erscheinung. Sie sehen ihre Lehre nicht als ein spirituelles Produkt der islamischen Religion, sondern lediglich die esoterische Wahrheit des Islam. Der Sufismus erstrebt eine Verinnerlichung des Islam an. Im Mittelpunkt steht der Gedanke der reichen Gottesliebe. Der Sufi versucht alles zu überwinden, was ihn von Gott trennt. Über das Gebet, die Medidation und asketische Übungen versucht er Gott näher zu kommen. Trotz erbitterten Widerstandes von islamischen Theologen und Rechtsgelehrten, Verfolgung und Hinrichtungen breitete sich der Sufismus aus. Über die Jahrhunderte hinweg haben die Sufis ihre Lehre in einen engen Zusammenhang mit der islamischen Tradition gebracht. Der Sufismus ist in ihren Augen Teil des Islam und keine getrennte Glaubensrichtung. Aus ihrer Sicht ist ein Sufi ein Muslim. Einzelne Sufis wurden als Heilige verehrt. Schließlich begründete Ghasali die Vereinbarkeit von Sufismus und Islam. Ab den 12. Jahrhundert gründete sich der Orden der Derwische. |
|